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Sehnenscheidenentzündung

Mama-Daumen: Was bei der Sehnenscheidenentzündung wirklich hilft

Schmerzen am Handgelenk beim Daumen strecken? Der Mama-Daumen (De-Quervain) ist eine Sehnenscheidenentzündung – so hilft Physiotherapie ohne OP.

LH
Luc HameleersHeilpraktiker & Physiotherapeut
veröffentlicht22. Sept. 2026
lesezeit7 Min.
Mama-Daumen: Was bei der Sehnenscheidenentzündung wirklich hilft

Es sticht an der Daumenseite des Handgelenks, sobald Sie zugreifen, den Daumen spreizen oder das Baby hochheben: Das ist das typische Zeichen einer Sehnenscheidenentzündung, im Volksmund auch Mama-Daumen genannt. Die kurze Antwort: In den meisten Fällen lässt sich die Reizung ohne Operation behandeln, mit konsequenter Schonung, einer Schiene und gezielter Physiotherapie. Wichtig ist nur, früh zu handeln, bevor aus einer akuten Reizung ein chronisches Problem wird.

Wiederholte Bewegung überlastet die Sehnen an der Daumenseite

An der Daumenseite des Handgelenks verlaufen zwei Sehnen durch einen engen Führungskanal, die Sehnenscheide. Diese Sehnen strecken und spreizen den Daumen. Werden sie ungewohnt oft oder ungewohnt stark beansprucht, reizt sich das Gewebe in diesem Kanal, schwillt an und reibt bei jeder Bewegung schmerzhaft. Mediziner nennen das Tendovaginitis de Quervain. Nach Angaben von Gesundheitsinformation.de des IQWiG entsteht eine Sehnenscheidenentzündung typischerweise durch ungewohnte oder häufig wiederholte Bewegungen, die Sehne und Sehnenscheide stark beanspruchen, etwa langes Arbeiten am Computer, Musizieren oder eben das wiederholte Strecken und Abspreizen des Daumens beim Tippen auf dem Smartphone oder beim Tragen eines Kindes.

40 Min.Behandlungszeit pro Einzeltermin bei uns
1:1durchgehende Betreuung im Termin
36+ JahreErfahrung von Luc Hameleers
2–3/100Menschen entwickeln im Leben einen schnellenden Finger

Der letzte Wert steht stellvertretend für eine verwandte Sehnenscheidenerkrankung: Laut Gesundheitsinformation.de entwickeln 2 bis 3 von 100 Menschen im Laufe ihres Lebens einen sogenannten schnellenden Finger, bei dem eine verdickte Sehnenscheide das Strecken des Fingers blockiert. Es zeigt, wie verbreitet Sehnenscheidenreizungen an der Hand insgesamt sind, auch wenn die Tendovaginitis de Quervain speziell den Daumen betrifft.

Frauen, junge Mütter und Vieltipper sind besonders häufig betroffen

Manche Menschen tragen ein höheres Risiko als andere. Laut der Universitätsklinik Zürich sind Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer, und hormonelle Einflüsse wie in der Schwangerschaft oder während der Stillzeit begünstigen die Entstehung zusätzlich. Das erklärt, warum die Erkrankung im Volksmund so oft mit jungen Müttern in Verbindung gebracht wird: Ein Baby wird täglich unzählige Male mit gespreiztem Daumen hochgehoben und gehalten, eine Bewegung, die die betroffenen Sehnen exakt in der ungünstigen Weise belastet. Auch bestimmte Berufsgruppen sind laut der Klinik überdurchschnittlich betroffen, etwa Physiotherapeutinnen, Musiker und Menschen, die viel am Computer oder Smartphone arbeiten.

Im Praxisalltag rund um Wegberg sehen wir daneben immer wieder andere Auslöser, die mit derselben Bewegung zusammenhängen: kräftiges Zupacken beim Krafttraining mit ungünstiger Griffhaltung, stundenlanges Stricken oder Handarbeiten, Gartenarbeit mit Schere oder Rechen, sowie Sportarten wie Golf, bei denen der Daumen beim Schwung wiederholt abgespreizt wird. Entscheidend ist dabei weniger die einzelne Bewegung als die Häufigkeit: Fast jede Alltags- oder Sportbewegung wird erst dann zum Problem, wenn sie über Tage oder Wochen ohne ausreichende Erholung wiederholt wird.

Schmerzen beim Spreizen des Daumens sind das Leitsymptom

Das Hauptsymptom sind stechende oder ziehende Schmerzen genau an der Daumenseite des Handgelenks, die bei Bewegung deutlich zunehmen. Dazu kommen häufig eine sichtbare Schwellung und ein deutlicher Druckschmerz über der betroffenen Sehnenscheide. Bei fortschreitender Reizung können die Schmerzen auch nachts auftreten und die Beweglichkeit von Handgelenk und Daumen zunehmend einschränken. In der Untersuchung prüfen wir gezielt, ob die Beschwerden wirklich von den Sehnen ausgehen: Typisch ist ein deutlicher Schmerz, wenn der eingeschlagene Daumen in eine Faust genommen und das Handgelenk zur kleinen-Finger-Seite abgewinkelt wird.

Nicht jeder Schmerz an dieser Stelle hat dieselbe Ursache. Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Fingern sprechen eher für ein Karpaltunnelsyndrom, bei dem ein Nerv statt einer Sehne betroffen ist. Und ein tiefer, knöcherner Schmerz direkt im Gelenk, der vor allem bei älteren Menschen langsam zunimmt, deutet eher auf eine Rhizarthrose hin, also Knorpelverschleiß im Daumensattelgelenk. Beide Erkrankungen sitzen in derselben Region, haben aber eine andere Ursache und brauchen eine andere Herangehensweise. Eine genaue Untersuchung klärt, welche Struktur bei Ihnen tatsächlich betroffen ist.

Der Finkelstein-Test zeigt, ob wirklich die Sehnen betroffen sind

In der Untersuchung nutzen wir einen einfachen, aber aussagekräftigen Provokationstest: Der Daumen wird in die Faust eingeschlagen, anschließend wird das Handgelenk vorsichtig zur kleinen-Finger-Seite abgewinkelt. Löst diese Bewegung einen deutlichen, stechenden Schmerz an der Daumenseite des Handgelenks aus, spricht das stark für eine Reizung der Sehnenscheide. Ergänzend prüfen wir Schwellung, Druckschmerz direkt über der Sehnenscheide und die Beweglichkeit im Seitenvergleich zur nicht betroffenen Hand. Nach Angaben von Gesundheitsinformation.de reicht für die Diagnose meist eine kurze ärztliche oder therapeutische Untersuchung aus, Bildgebung wie Ultraschall oder Röntgen ist in der Regel nur nötig, wenn die Beschwerden untypisch verlaufen oder eine andere Ursache vermutet wird, etwa ein Bruch nach einem Sturz oder eine entzündlich-rheumatische Erkrankung.

Schonung, Schiene und gezielte Übungen lindern die Beschwerden meist zuverlässig

Der erste und wichtigste Schritt ist, die auslösende Bewegung so weit wie möglich zu vermeiden. Laut Gesundheitsinformation.de hilft dabei eine Orthese oder ein fester Verband, die Daumen und Handgelenk für einige Wochen ruhigstellt, kombiniert mit kühlenden Maßnahmen und, wenn nötig, entzündungshemmenden Schmerzmitteln wie Ibuprofen für einen begrenzten Zeitraum. Ergänzend setzen wir gezielte Physiotherapie ein: vorsichtige Dehnung, sobald die akute Reizung abgeklungen ist, und ein langsam aufgebautes Kräftigungsprogramm für Daumen, Hand und Unterarm, damit die Sehnen die tägliche Belastung wieder besser abfedern.

Für den Alltag mit Baby zeigen wir zusätzlich einfache, aber wirksame Anpassungen: das Kind möglichst mit gerade gehaltenem statt abgespreiztem Daumen tragen, regelmäßig die tragende Seite wechseln, und beim Hochheben aus der Wiege oder dem Bett mit der ganzen Handfläche statt nur mit Daumen und Zeigefinger greifen. Wer beruflich viel tippt, profitiert von kurzen, bewussten Pausen und einer Handhaltung, bei der das Handgelenk beim Wischen und Tippen möglichst gerade bleibt, statt dauerhaft zur Daumenseite abzuknicken. Solche kleinen Änderungen ersetzen keine Behandlung, verhindern aber, dass die Sehne im Alltag immer wieder neu gereizt wird, während sie sich erholen soll.

Bei hartnäckigen Verläufen kann eine Kortisoninjektion sinnvoll sein. Studien zeigen laut IQWiG, dass Kortisonspritzen ergänzend zur Schonung die Beschwerden besser lindern können als Schonung allein. Eine Operation, bei der der einengende Sehnenscheidenkanal eröffnet wird, bleibt dagegen wenigen Fällen vorbehalten, in denen konservative Maßnahmen über längere Zeit nicht ausreichend geholfen haben.

Bei der Sehnenscheidenentzündung am Daumen macht die Reihenfolge den Unterschied: erst konsequente Entlastung, dann erst wieder Belastung aufbauen. Wer zu früh wieder zupackt, weil die akute Schwellung kurz nachgelassen hat, verlängert die Beschwerden oft um Wochen.

Luc Hameleers, Praxis Wegberg

So behandeln wir eine Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk in unserer Praxis in Wegberg

Am Anfang steht bei uns eine genaue Untersuchung: Welche Bewegung löst die Schmerzen aus, wie stark ist die Schwellung, und wie belastet ist die betroffene Hand im Alltag, sei es beim Tragen des Kindes, bei der Arbeit am Bildschirm oder in handwerklichen Tätigkeiten rund um Wegberg, Erkelenz und Mönchengladbach? Weil wir mit 40-minütigen Einzelterminen und durchgehender 1:1-Betreuung arbeiten, bleibt genug Zeit, um Bewegungsmuster im Alltag anzupassen, statt nur die gereizte Stelle isoliert zu behandeln. Neben manueller Behandlung von Handgelenk und Unterarm setzen wir je nach Verlauf auch stützendes Taping ein, das den Daumen entlastet, ohne ihn komplett ruhigzustellen, sodass Sie im Alltag mit Kind oder Beruf handlungsfähig bleiben, während die Sehne abheilt.

Nach mehr als 36 Jahren Erfahrung weiß Luc Hameleers, dass die passende Reihenfolge aus Entlastung, sanfter Mobilisation und aufbauendem Krafttraining entscheidend ist, damit die Sehne dauerhaft belastbar wird. Unser Ansatz folgt dabei demselben Prinzip wie unsere manuelle Schmerztherapie ohne Medikamente: die Ursache angehen, nicht nur den akuten Schmerz dämpfen. Eine Übersicht über unser gesamtes Behandlungsangebot finden Sie auf der Seite Leistungen unserer Praxis in Wegberg.

Diese Warnzeichen gehören zeitnah zum Arzt

Suchen Sie zeitnah ärztlichen Rat, wenn die Schwellung sehr stark ist oder sich die Haut über der Sehnenscheide deutlich rötet und erwärmt, was auf eine bakterielle Entzündung statt einer reinen Überlastung hindeuten kann. Ebenso sollten Sie abklären lassen, wenn die Schmerzen trotz konsequenter Schonung über mehrere Wochen nicht nachlassen, wenn zusätzlich Kribbeln oder Taubheit in den Fingern auftritt, oder wenn Sie schwanger sind oder stillen und neue, deutliche Handbeschwerden bemerken. Auch nach einem Sturz auf die ausgestreckte Hand mit anschließenden Schmerzen an dieser Stelle sollte zunächst ein Bruch ärztlich ausgeschlossen werden, bevor eine physiotherapeutische Behandlung sinnvoll ansetzen kann.

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Diagnose oder individuelle Beratung.

● FAQ

Was ist der sogenannte Mama-Daumen?
Der Mama-Daumen ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die Tendovaginitis de Quervain, eine Sehnenscheidenentzündung an der Daumenseite des Handgelenks. Sie tritt häufig bei jungen Müttern auf, weil das wiederholte Hochheben und Halten eines Babys die Daumensehnen stark beansprucht, kommt aber auch bei starker Handynutzung oder anderen sich wiederholenden Bewegungen vor.
Wie erkenne ich eine Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk?
Typisch sind stechende oder ziehende Schmerzen an der Daumenseite des Handgelenks, die sich beim Greifen, beim Spreizen des Daumens oder beim seitlichen Abwinkeln der Hand verstärken. Oft kommen Schwellung und Druckschmerz genau über der betroffenen Sehnenscheide dazu.
Hilft eine Schiene bei der Sehnenscheidenentzündung am Daumen?
Ja. Eine Daumen-Handgelenk-Orthese entlastet die gereizten Sehnen, indem sie die auslösenden Bewegungen für einige Wochen verhindert. Laut Gesundheitsinformation.de ist diese Schonung neben entzündungshemmenden Maßnahmen der erste Schritt der Behandlung, bevor über weitere Optionen nachgedacht wird.
Was unterscheidet die Sehnenscheidenentzündung von einer Rhizarthrose?
Beide äußern sich als Schmerz an der Daumenwurzel, haben aber unterschiedliche Ursachen. Die Sehnenscheidenentzündung betrifft die Sehnen und entsteht meist durch Überlastung, oft bei jüngeren Menschen oder in Schwangerschaft und Stillzeit. Die Rhizarthrose ist Knorpelverschleiß im Gelenk selbst und betrifft eher ältere Menschen. Die genaue Unterscheidung klärt die Untersuchung.
Wann ist bei einer Sehnenscheidenentzündung eine Operation nötig?
Nur selten. Laut Gesundheitsinformation.de bessern sich die Beschwerden bei den meisten Betroffenen innerhalb von Wochen bis Monaten durch Schonung, Schiene und Physiotherapie. Eine Operation kommt erst infrage, wenn diese konservativen Maßnahmen über längere Zeit nicht ausreichend geholfen haben.
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