Golferellenbogen: Was wirklich gegen die Schmerzen hilft
Schmerzen an der Ellenbogen-Innenseite? Ein Golferellenbogen lässt sich meist ohne OP behandeln – mit gezieltem Training und manueller Therapie in Wegberg.

Ein Golferellenbogen ist selten ein Grund für Spritzen oder eine Operation. Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens, die beim Zupacken oder Händeschütteln ziehen, verschwinden bei den meisten Betroffenen von selbst – schneller und dauerhafter allerdings mit gezieltem Krafttraining und manueller Behandlung statt mit reiner Schonung. Wer in Wegberg, Erkelenz oder Mönchengladbach mit hartnäckigen Beschwerden zu uns kommt, hört deshalb selten zuerst „Kortison" oder „OP", sondern eine genaue Untersuchung und einen individuellen Trainingsplan. Was laut aktueller Einordnung wirklich hilft, erklären wir hier.
Ein Golferellenbogen ist eine Überlastung der Beugesehnen, kein reines Golfproblem
Trotz des Namens hat ein Golferellenbogen bei den meisten Betroffenen nichts mit Golf zu tun. Medizinisch heißt das Krankheitsbild Epicondylopathia humeri ulnaris: eine Reizung der Sehnenansätze der Unterarmbeuger am inneren Knochenvorsprung des Ellenbogens. Durch wiederholte, oft kleine Belastungen entstehen winzige Reizungen im Sehnengewebe, die der Körper nicht schnell genug repariert – ähnlich wie beim bekannteren Tennisarm, nur an der gegenüberliegenden Seite des Ellenbogens.
Laut der unabhängigen Einordnung von Gesundheitsinformation.de des IQWiG ist der Golferarm mit unter einem Prozent der Bevölkerung deutlich seltener als sein Pendant, der Tennisarm, von dem etwa zwei Prozent betroffen sind. Beide Erkrankungen treten am häufigsten zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf, Frauen und Männer etwa gleich oft.
Typische Auslöser reichen von Golf bis zur Küchenarbeit
Die Liste möglicher Auslöser ist lang und hat oft wenig mit Sport zu tun. Neben dem namensgebenden Golfschwung zählen laut Gesundheitsinformation.de auch Wurfsportarten, Rudern und Krafttraining zu den sportlichen Auslösern. Weit häufiger sehen wir in der Praxis aber Beschwerden durch handwerkliche Tätigkeiten wie Streichen, Sägen oder Holzhacken, durch monotone Bildschirm- und Mausarbeit sowie durch wiederholtes Schneiden, Schälen und Zupacken in Küche oder Garten. Entscheidend ist meist nicht ein einzelner Moment, sondern eine wiederholte Greif- oder Beugebewegung über Tage oder Wochen, bei der sich kleine Reizungen der Sehne schneller ansammeln, als der Körper sie ausheilen kann.
Die Schmerzen zeigen sich vor allem an der Ellenbogen-Innenseite bei Greifbewegungen
Typisch ist ein ziehender oder brennender Schmerz an der Innenseite des Ellenbogens, der in den Unterarm und manchmal bis in die Finger ausstrahlt. Er verstärkt sich meist bei Bewegungen, die das Handgelenk beugen oder kräftig greifen lassen: eine Tasse anheben, einen Koffer tragen, jemandem die Hand geben oder einen Schraubenzieher drehen. Manche Betroffene berichten auch über nachlassende Grifffestigkeit oder Schmerzen beim Abstützen. Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend, selten nach einem einzelnen Ereignis, das plötzlich und akut einschießt.
Aktiv bleiben wirkt besser als vollständige Schonung
Der erste, oft unterschätzte Schritt ist nicht Ruhigstellung, sondern gezielte Anpassung: die konkrete, schmerzauslösende Bewegung vorübergehend reduzieren oder anders ausführen, statt den ganzen Arm zu schonen. Wer beim Tragen, Zupacken oder in der Werkstatt Beschwerden bekommt, profitiert oft schon von häufigeren Pausen oder einer angepassten Grifftechnik. Eine komplette Ruhigstellung über Wochen verzögert die Heilung eher, weil die Sehne einen gewissen Reiz braucht, um sich anzupassen. Genau hier setzt gezieltes, dosiertes Training an.
Gezieltes Krafttraining stärkt die Beugesehnen, nicht nur kurzfristig den Schmerz
Die am besten untersuchte aktive Behandlung ist exzentrisches Krafttraining der Unterarmbeuger: Übungen, bei denen die Muskulatur unter Last kontrolliert nachgibt, statt sich zusammenzuziehen, etwa das langsame Absenken eines leichten Gewichts von etwa 30 Prozent der maximalen Griffkraft aus der gebeugten Handgelenksposition, üblicherweise in zehn bis fünfzehn Wiederholungen über drei Sätze. Ergänzend werden aktive Dehnübungen der Unterarmbeuger empfohlen, jeweils 30 bis 45 Sekunden gehalten und mehrfach wiederholt, idealerweise zweimal täglich – auch wenn deren Wirksamkeit laut Gesundheitsinformation.de bislang nicht sicher belegt ist.
Die Studienlage zu aktivem Training ist für den verwandten Tennisarm etwas umfangreicher untersucht als speziell für den Golferarm: Eine Auswertung von 30 Studien mit über 2.100 Teilnehmenden zeigt für diese laterale Sehnenreizung, dass aktive Übungen bessere Ergebnisse liefern als rein passive Anwendungen, auch wenn die Effekte insgesamt eher klein ausfallen. Für den Golferarm gilt nach Einschätzung von Gesundheitsinformation.de das gleiche Grundprinzip. Realistische Erwartungen gehören für uns zu einer ehrlichen Behandlung dazu: Wir passen Übungsart, Gewicht und Wiederholungszahl an Ihre Belastbarkeit an und korrigieren die Ausführung direkt in der Behandlung, denn eine falsch ausgeführte Übung reizt die Sehne eher zusätzlich, als sie zu stärken.
— Luc Hameleers, Praxis WegbergEin Golferellenbogen sitzt an der Innenseite des Ellenbogens, seine Ursache liegt aber fast immer in der ganzen Greifkette – vom Handgelenk über den Unterarm bis zur Schulter. Wer nur die schmerzende Sehne behandelt, übersieht oft, warum sie überhaupt überlastet wurde.
Manuelle Therapie ergänzt das aktive Training
Neben dem aktiven Training setzen wir bei Bedarf manuelle Techniken ein, um akute Verspannungen der Unterarmbeuger und angrenzender Strukturen zu lösen. Das folgt demselben Prinzip wie unsere manuelle Schmerztherapie ohne Medikamente: gezielte Handgriffe, die die Sehne kurzfristig entlasten, damit die aktiven Übungen überhaupt möglich werden. Zeigen sich zusätzlich Spannungen in Schulter oder Nacken, die die Belastung des Unterarms verstärken, kann ergänzend ein osteopathischer Blick auf die ganze Bewegungskette sinnvoll sein. Manuelle Techniken ersetzen das Training aber nicht, sie schaffen den Raum dafür.
Spritzen und andere passive Verfahren wirken oft nur kurzfristig
Kortisoninjektionen lindern die Schmerzen häufig schnell, gehören aber laut unabhängiger Einordnung von Gesundheitsinformation.de zu den Verfahren, die man kritisch abwägen sollte: Sie wirken kurzfristig, können die eigentliche Heilung der Sehne aber eher verzögern als fördern. Für weitere Verfahren ist die Studienlage schwächer, als viele Angebote suggerieren: Ultraschalltherapie zeigt nur bescheidenen Nutzen, andere passive Anwendungen gelten als nicht ausreichend belegt. Wer sich dennoch für eine Spritze entscheidet, sollte das ausdrücklich mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt besprechen, denn es bleibt eine kurzfristige Lösung, keine Behandlung der Ursache.
Eine Operation ist nur in seltenen Fällen nötig
Eine eigene ärztliche Leitlinie speziell für den Golferarm gibt es bislang nicht. Die S2k-Leitlinie „Epicondylopathia radialis humeri" im AWMF-Leitlinienregister für den eng verwandten Tennisarm empfiehlt bei dieser Art von Sehnenüberlastung grundsätzlich zunächst eine konsequente konservative Therapie. Eine Operation kommt danach nur infrage, wenn diese über einen längeren Zeitraum nicht ausreichend geholfen hat. Das deckt sich mit dem natürlichen Verlauf: Ohne jede Behandlung sind laut Gesundheitsinformation.de nach einem Jahr etwa 80 Prozent beschwerdefrei – mit gezielter Behandlung lässt sich dieser Weg meist deutlich abkürzen.
So behandeln wir einen Golferellenbogen in unserer Praxis in Wegberg
Am Anfang steht eine gründliche Untersuchung: Wie belasten Sie Ellenbogen, Handgelenk und Schulter im Alltag, welche Bewegungen lösen die Schmerzen aus, und wo genau ist die Sehne betroffen? Weil wir mit 40-minütigen Einzelterminen und durchgehender 1:1-Betreuung arbeiten, bleibt Zeit, das wirklich zu klären, statt nur das schmerzende Areal kurz zu behandeln. Auf dieser Grundlage bauen wir einen individuellen Trainingsplan auf, kombiniert mit manueller Therapie und konkreten Empfehlungen für Beruf, Sport oder Gartenarbeit im Alltag.
Nach mehr als 36 Jahren Erfahrung weiß Luc Hameleers, dass ein Golferellenbogen selten isoliert betrachtet werden sollte. Häufig zeigen sich zusätzlich Spannungen in Unterarm, Schulter oder Nacken, die die Sehne zusätzlich belasten. Eine Übersicht über unser Behandlungsangebot finden Sie auf der Seite Leistungen unserer Praxis in Wegberg.
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Diagnose oder individuelle Beratung.
● FAQ
- Was ist ein Golferellenbogen und wie unterscheidet er sich vom Tennisarm?
- Der Golferellenbogen (medizinisch Epicondylopathia humeri ulnaris) ist eine Reizung der Sehnenansätze der Unterarmbeuger an der Innenseite des Ellenbogens. Der Tennisarm betrifft dieselbe Struktur an der Außenseite, bei den Streckmuskeln. Nach Angaben von Gesundheitsinformation.de des IQWiG kommt der Golferarm mit unter einem Prozent der Bevölkerung deutlich seltener vor als der Tennisarm mit rund zwei Prozent.
- Wie lange dauert es, bis ein Golferellenbogen wieder ausheilt?
- Auch ohne gezielte Behandlung sind laut Gesundheitsinformation.de nach etwa einem Jahr rund 80 Prozent der Betroffenen beschwerdefrei. Mit angeleitetem Krafttraining und bei Bedarf manueller Therapie lässt sich dieser Zeitraum in der Regel deutlich verkürzen.
- Welche Übungen helfen bei einem Golferellenbogen?
- Am besten belegt ist exzentrisches Krafttraining der Unterarmbeuger, bei dem die Muskulatur unter Last kontrolliert nachgibt, etwa das langsame Absenken eines leichten Gewichts. Dehnübungen werden häufig ergänzend empfohlen, ihre Wirksamkeit ist laut aktueller Einordnung allerdings bislang nicht sicher belegt. Wir leiten die Übungen individuell an und passen Gewicht und Wiederholungszahl an Ihre Belastbarkeit an.
- Sollte ich eine Kortisonspritze gegen den Golferellenbogen bekommen?
- Kortisoninjektionen können Schmerzen kurzfristig lindern, laut unabhängiger Einordnung aber die eigentliche Sehnenheilung eher verzögern als fördern. Ob eine Spritze in Ihrem Fall sinnvoll ist, besprechen Sie am besten ausdrücklich mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt, nicht als alleinige Lösung ohne begleitendes Training.
- Wann sollte ich mit Schmerzen an der Ellenbogen-Innenseite zum Arzt gehen?
- Ärztlich abklären lassen sollten Sie Taubheit oder Kribbeln in Ring- und kleinem Finger, eine deutliche Schwellung, Rötung oder Fieber, Schmerzen nach einem Sturz oder Stoß sowie Beschwerden, die trotz konsequenter Übungen über mehrere Wochen nicht besser werden. Diese Zeichen sind selten, gehören aber zuerst in ärztliche Hände.
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